Presseartikel EXPRESS - 18.09.2010 - Ein Dröppke überdauert die Zeiten

Presseartikel EXPRESS - 18.09.2010 - Ein Dröppke überdauert die Zeiten

Ein Dröppke überdauert die Zeiten

Düsseldorf - Es gibt kaum eine Stadt in Deutschland, in der so viele weltberühmte Traditionsmarken beheimatet sind wie in Düsseldorf. EXPRESS stellt die Erfolgsgeschichten vor. Heute: Uerige.

Von Marc Herriger

Die Geschichte unserer berühmtesten Hausbrauerei beginnt mit dem Wein. Ausgerechnet. Das heutige Brauhaus war eine Weinstube, das "Heydelberger Faß". Es diente auch als Posthalterei und Unterkunft für Reisende. Im 19. Jahrhundert waren die damaligen Besitzer sogar ganz ohne Berührungsängste, was das Geldverdienen anging. In den Stallungen im Innenhof konnte man für ein paar Pfennige Elefanten, Dromedare und andere Exoten bestaunen.

Die Geschichte des Uerige beginnt dann 1862. Wirt und Bierbrauer Wilhelm Cürten kauft das Haus für 19 000 Taler. Er entwickelt eine Rezeptur für das leckere Dröppke, schenkte es in mehreren kleinen Stuben im mittlerweile umbenannten "Bergischen Hof" aus. Weil Cürten nicht gerade eine Stimmungskanone war, nannte man ihn den "Uerigen". Irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernahm dann das Haus den Namen.

Alle Besitzer des Uerigen einte seitdem eins: Der Glaube an Qualität und die ursprüngliche Rezeptur des Altbieres, aber auch die Aufgeschlossenheit für moderne Technik in der Brauerei. Doch bis heute ist das Uerige-brauen zum großen Teil Handarbeit. "Das macht es so toll, hier zu arbeiten", sagt Brauer Rico Pütz.

Seit 1999 ist Michael Schnitzler Baas. Er setzt auch auf Innovation. Im November kommt der Uerige-Whiskey auf den Markt.

Die Gründer der Biertradition: Wilhelm und Margarete Cürten
Wilhelm Cürten war ein knurriger, verschrobener Typ, einfach ein "Ueriger". Doch ihm und seiner Frau Magarete verdanken wir das wohl herbste und gleichzeitig wohlschmeckendste Alt der Stadt. Cürten war eigentlich gelernter Bäcker, ein Berufstand, der im 19. Jahrhundert sein Einkommen oft mit dem Bierbrauen aufbesserte. Rund 80 Hausbrauereien gab es zu seiner Zeit in Düsseldorf. Nur vier haben überlebt. Cürtens Alt war dafür der Garant.